
Zum Valentinstag - Die Liebe
- Collage: Renate Siedentopf -
Sage es Schweigend
In den hellsten Momenten der Liebe werden alle Fragen, die du an das Leben stellst, mit einem Schweigen beantwortet, das dir alles sagt, was Worte vergeblich zu geben versuchen. Deshalb suche die Antworten auf deine Fragen ans Leben nicht dort, wo die Sprache herrscht. Gehe über die Grenzen der Worte hinaus und lausche dem Unsagbaren.
Und wenn jemand dich fragt, was du erkannt hast, sage es schweigend, mit einem Lächeln, einem Blick - mit einer Berührung, die das Herz öffnet.
Die Macht der Liebe
Ein einsamer Mann klopfte an die Tür der Liebe, aber die Liebe öffnete ihm nicht. Also klopfte er noch einmal, diesmal kräftiger, doch die Liebe reagierte nicht.
Vielleicht haben die Menschen recht, die nicht an die Existenz der Liebe glauben, dachte der Mann und ging nach Hause.
Doch die Einsamkeit ließ ihm keine Ruhe, und so rief er die Liebe an, doch sie ging nicht ans Telefon, obwohl er mehrmals versuchte, sie zu erreichen. Dies bestätigte ihn in der Befürchtung, dass es die Liebe nicht gab, dass sie nur eine Illusion war, mit der die Menschen versuchten, sich das Leben erträglicher zu machen.
Aber noch wollte er nicht aufgeben. Also schrieb er der Liebe einen Brief und wartete zwei Wochen lang auf eine Antwort, die aber nicht kam.
Schließlich gab der Mann den Glauben an die Liebe auf.
Eine Woche später begegnete sie ihm zufällig bei einem Spaziergang. Der Mann ging auf sie zu und fragte sie: "Warum hast du nicht auf mein Klopfen an deiner Tür, meine Anrufe und meinen Brief reagiert?"
Die Liebe seufzte: "Warum verstehen die Menschen nicht, dass ich nicht zu ihnen komme, wenn sie es wollen, sondern erst, wenn ich es will?"
"Aber du kommst zu spät, zumindest zu mir", beklagte sich der Mann. "Nun glaube ich nicht mehr an dich."
"Ich komme nie zu spät", erwiderte die Liebe. "Ich komme immer zum richtigen Zeitpunkt."
Der Mann schüttelte unwillig den Kopf. "Ich leide schon so lange unter meiner Einsamkeit, und du hast mich leiden lassen. Immer soll alles nach deinem Willen gehen, immer willst du alles bestimmen! Bist du wirklich die Liebe? Oder bist du die Macht?"
"Ich bin die Macht der Liebe", war die Antwort.
Der Mann verstand nicht, schüttelte unwillig den Kopf und ging weiter.
Die Liebe sah ihm hinterher und fragte sich, ob die Menschen jemals verstehen würden, dass sie nicht existierte, um die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen, ihre Sehnsüchte zu stillen und Nöte zu beenden, sonder um ihnen den Weg ins Herz des Lebens zu zeigen.
Aber zuerst müssen sie mir vertrauen, dachte die Liebe, sich mir rückhaltlos anvertrauen, sonst kann ich sie nicht dorthin führen, und sie war traurig darüber, dass wieder - wie schon so oft - ein Gespräch mit einem Menschen als Selbstgespräch endete.
Gespräch - Das Geld zur Liebe
"Obwohl du die Liebe bist", sagte das Geld zur Liebe, "lieben die meisten Menschen mich mehr als dich. Denn ich erfülle ihnen ihre Wünsche, im Gegensatz zu dir."
"Aber du hast keine Seele", stellte die Liebe fest. "Du bist nur ein Ding, mit dem man andere Dinge kaufen kann. Doch die wertvollsten Geschenke des Lebens sind unkäuflich. Wie ich es bin."
"Trotzdem", erwiderte das Geld, "lieben die meisten Menschen ein seelenloses Ding wie mich mehr als ein unberechenbares Gefühl wie dich. Wie kommt das?" Da senkte die Liebe traurig den Kopf und sagte: "Weil du ihre Seelen verschlossen hast."
- Hans Kruppa -
Sage es Schweigend
In den hellsten Momenten der Liebe werden alle Fragen, die du an das Leben stellst, mit einem Schweigen beantwortet, das dir alles sagt, was Worte vergeblich zu geben versuchen. Deshalb suche die Antworten auf deine Fragen ans Leben nicht dort, wo die Sprache herrscht. Gehe über die Grenzen der Worte hinaus und lausche dem Unsagbaren.
Und wenn jemand dich fragt, was du erkannt hast, sage es schweigend, mit einem Lächeln, einem Blick - mit einer Berührung, die das Herz öffnet.
Die Macht der Liebe
Ein einsamer Mann klopfte an die Tür der Liebe, aber die Liebe öffnete ihm nicht. Also klopfte er noch einmal, diesmal kräftiger, doch die Liebe reagierte nicht.
Vielleicht haben die Menschen recht, die nicht an die Existenz der Liebe glauben, dachte der Mann und ging nach Hause.
Doch die Einsamkeit ließ ihm keine Ruhe, und so rief er die Liebe an, doch sie ging nicht ans Telefon, obwohl er mehrmals versuchte, sie zu erreichen. Dies bestätigte ihn in der Befürchtung, dass es die Liebe nicht gab, dass sie nur eine Illusion war, mit der die Menschen versuchten, sich das Leben erträglicher zu machen.
Aber noch wollte er nicht aufgeben. Also schrieb er der Liebe einen Brief und wartete zwei Wochen lang auf eine Antwort, die aber nicht kam.
Schließlich gab der Mann den Glauben an die Liebe auf.
Eine Woche später begegnete sie ihm zufällig bei einem Spaziergang. Der Mann ging auf sie zu und fragte sie: "Warum hast du nicht auf mein Klopfen an deiner Tür, meine Anrufe und meinen Brief reagiert?"
Die Liebe seufzte: "Warum verstehen die Menschen nicht, dass ich nicht zu ihnen komme, wenn sie es wollen, sondern erst, wenn ich es will?"
"Aber du kommst zu spät, zumindest zu mir", beklagte sich der Mann. "Nun glaube ich nicht mehr an dich."
"Ich komme nie zu spät", erwiderte die Liebe. "Ich komme immer zum richtigen Zeitpunkt."
Der Mann schüttelte unwillig den Kopf. "Ich leide schon so lange unter meiner Einsamkeit, und du hast mich leiden lassen. Immer soll alles nach deinem Willen gehen, immer willst du alles bestimmen! Bist du wirklich die Liebe? Oder bist du die Macht?"
"Ich bin die Macht der Liebe", war die Antwort.
Der Mann verstand nicht, schüttelte unwillig den Kopf und ging weiter.
Die Liebe sah ihm hinterher und fragte sich, ob die Menschen jemals verstehen würden, dass sie nicht existierte, um die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen, ihre Sehnsüchte zu stillen und Nöte zu beenden, sonder um ihnen den Weg ins Herz des Lebens zu zeigen.
Aber zuerst müssen sie mir vertrauen, dachte die Liebe, sich mir rückhaltlos anvertrauen, sonst kann ich sie nicht dorthin führen, und sie war traurig darüber, dass wieder - wie schon so oft - ein Gespräch mit einem Menschen als Selbstgespräch endete.
Gespräch - Das Geld zur Liebe
"Obwohl du die Liebe bist", sagte das Geld zur Liebe, "lieben die meisten Menschen mich mehr als dich. Denn ich erfülle ihnen ihre Wünsche, im Gegensatz zu dir."
"Aber du hast keine Seele", stellte die Liebe fest. "Du bist nur ein Ding, mit dem man andere Dinge kaufen kann. Doch die wertvollsten Geschenke des Lebens sind unkäuflich. Wie ich es bin."
"Trotzdem", erwiderte das Geld, "lieben die meisten Menschen ein seelenloses Ding wie mich mehr als ein unberechenbares Gefühl wie dich. Wie kommt das?" Da senkte die Liebe traurig den Kopf und sagte: "Weil du ihre Seelen verschlossen hast."
- Hans Kruppa -
